Amerika 2017 (Teil 1)

USA 2017

Am 12.Mai 2017 wollen wir zu unserer zweiten Amerikareise starten. Diesmal wählen wir für unsere Route nicht so berühmte Orte wie San Francisco, Grand Canyon oder den Yosemite National Park, sondern fahren Ziele an, die weiter östlich liegen und bis in die Rocky Mountains führen. Wir werden wieder viel Natur erleben und freuen uns sehr darauf.

Anreise nach Los Angeles

Heute morgen um fünf Uhr klingelt der Wecker, um sechs sitzen wir im Auto und um sieben haben wir in Düsseldorf schon eingecheckt. Alles scheint planmäßig zu laufen.

Doch dann kommt die erste Verzögerung … Unser Zubringerflug nach Frankfurt verspätet sich um eine halbe Stunde, bekommt in Frankfurt eine Parkposition im hintersten Winkel des Flughafens zugewiesen und wir müssen auf den Shuttelbus warten, der uns zum Flughafengebäude bringt – und wir hatten planmäßig schon nur eine Stunde für den Umstieg. Oh, je, das wird eng!

Die Beamten an der Passkontrolle schauen uns mitleidig an und auf die Frage, ob wir sportlich seien (denn dann könnten wir es vielleicht noch schaffen), musste ich das für meinen Teil zumindest deutlich verneinen. Also legen wir einen Spurt hin. Nach 10minütigem Dauerlauf mit vollen Rucksäcken von Terminal A zu Terminal Z, sind wir in letzter Sekunde am Gate. So, wie wir unsere Plätze im großen doppelstöckigen Airbus A380 eingenommen haben, heißt es: “Boarding completed”. Puh…..geschafft!

Jetzt holen wir erst mal Luft. Wir haben nun 11 Stunden Zeit, den Flug zu genießen.

In Los Angeles angekommen, wollen wir nun in die Vereinigten Staaten einreisen. Dieses Prozedre können wir inzwischen an einem Automaten tun. Hiervon gibt es gefühlt Hunderte in Reih und Glied. Er erfasst unsere Daten, nimmt einen Fingerabdruck und macht ein Foto von uns. Heraus kommt ein Zettel mit dem wir zur Passkontrolle gehen, hier werden wir noch einmal persönlich gefragt, was der Grund unsere Reise ist und dürfen dann durch die Kontrolle.

Jetzt machen wir uns auf den Weg zum Kofferband und hoffen inständig, dass unsere Gepäckstücke die kurze Umstiegzeit in Düsseldorf ebenfalls geschaft haben. Und richtig, kaum sind wir am Band, kommen uns unsere Koffer auch schon entgegen. Super! Zwei Stunden sind seit unserer Ankunft bereits vergangen.

Jetzt geht es mit einen Shuttelbus zum Autovermieter Alamo. Wir suchen uns einen großen Ford mit einem geräumigen Kofferraum aus und starten los.

In LA scheint die Sonne und wir wollen zum erstbesten Stand, uns die Füße vertreten.

Wir fahren nun immer entlang des Pazifiks auf relativ kleinen Straßen Richtung Süden. Kalifornien ist herrlich! Obwohl die Lufttemperatur von 19 Grad ja noch gar nicht viel ist, macht die Sonne aber alles wett. Immer wieder machen wir kleine Stopps, um die herrliche Landschaft, das Meer und die Sonne zu genießen. In Long Beach machen wir einen Abstecher zum Hafenbecken und sehen uns die altehrwürdige “Queen Mary”, die hier als Hotel-und Museumsschiff vor Anker liegt.

Nach 133 km erreichen wir unser Motel “Rodeway Inn” in San Clemente.

Einchecken und gleich wieder los zum Mexikaner um die Ecke. Eine Kleinigkeit essen wir und kurz danach fallen wir todmüde ins Bett. Zu Hause wäre für uns schließlich jetzt schon wieder sechs Uhr morgens.

Von Sant Clemente nach San Diego

Früh morgens werden wir wach und machen uns nach einem fürchterlichen Frühstücksangebot schnell auf den Weg.

In einem Einkaufszentrum versorgen wir uns mit allem Nötigen, wie Weingläsern und dem dazugehörigem Wein, einer Kühlbox fürs Auto, Wasserflaschen und einigen anderen Lebensmitteln. Danach zieht es uns wieder an die Küste. Wir fahren weiter Richtung Carlsbad vorbei an wunderschönen Strandabschnitten und Häusern. In La Jolla legen wir spontan eine Pause ein. Hier erleben wir bei herrlichstem Wetter viele junge Menschen die am Wochenende zum Gleitschirmfliegen an den Strand gekommen sind. Hier gefällt es uns.

Nach 147 km erreichen wir problemlos unser Hotelzimmer in San Diego.

Schnell richten wir uns ein und fahren gleich wieder los. Der berühmte “Mission Bay Park” lädt ein, erkundet zu werden. Wir finden hier kilometerlange Strandpromenade, Ferienhäuser, Kneipen und Szenelokale. Familien breiten ihr mitgebrachte Picknick aus, es herrscht friedlich, freundliche Wochenendstimmung.

Danach fahren wir in die alte Innenstadt San Diegos. In der sogenannten “Old Town” erleben wir nostalgische Häuser, Geschäftslokale und Restaurants aus der Gründerzeit San Diegos, Anfang bis Mitte des 19. Jahrhunderts. Hier ist alles schon sehr mexikanisch geprägt.

Und so werden wir auch an unserem ersten Abend hier gleich das mexikanische Restaurant unseres Hotels aufsuchen.

Gefahrene Kilometer : 147

Ein Tag in San Diego

Heute morgen machen wir uns noch einmal wieder auf in the Old Town San Diego. Hier besichtigen wir sechs wunderschöne viktorianische Häuser aus den 1880er Jahren. In der katholischen Kirche geht gerade der sonntägliche Gottesdienst zu Ende.

Wir fahren nun weiter durch den alten Stadtkern San Diegos, Downtown genannt. Entlang des Harbor Drive liegen viele große Schiffe im Hafen, eines davon ist ein gigantisches Kreuzfahrtschiff, welches noch am gleichen Abend den Hafen verlassen wird. Von weitem können wir auch die Kriegsschiffe der US Pazifikflotte bestaunen.

Weiter geht es jetzt über die gigantische Coronado Brücke hinüber auf Coronado Island. Hier herrscht eine wunderbare Atmosphäre. Bei bestem Sonntagsnachmittags Ausflugswetter, passend zum Mother’s Day, genießen wir den herrlichen Tag.

Auf der gegenüberliegenden Seite der Insel befindet sich das weltberühmte Coronado Hotel. Es wurde bereits 1888 in Betrieb genommen und ist heute noch beliebt bei den Schönen und Reichen der Welt.

Leider werden wir San Diego morgen früh schon wieder verlassen. Sicher gäbe es noch schöne viele Dinge hier zu besichtigen. Z.b. den weltberühmte Zoo oder das nicht weniger berühmte SeaWorld. Uns hat die Stadt hier im äußersten Süden Kaliforniens mit ihren vielen vezweigten Wasserbuchten sehr gut gefallen.

Gefahrene Kilometer: 57

Auf dem Weg nach Yuma in Arizona

Bevor wir uns heute Morgen aus San Diego verabschieden, fahren wir noch eine schöne Runde über den Scenic Drive durch die Stadt. Am Harbor Drive halten wir wieder an und besichtigen diesmal den berühmten Flugzeugträger der USS Navy Midway. Gerade in diesem Moment sehen wir vom offenen Meer herkommend ein Marineschiff auf dem die Soldaten in weißer Uniform an Bord stehend. Wahrscheinlich kommen sie gerade von einem Einsatz zurück in ihren Heimathafen gefahren.

Die Sonne kommt heute morgen nur zögerlich raus und die Temperaturen liegen mit 16 Grad weit unter dem des Vortages. Aber was soll’s, wir machen uns jetzt auf den Weg uns zunächst von Kalifornien zu verabschieden, um an der mexikanischen Grenze entlang Richtung Arizona zu fahren. Angesichts der Trostlosigkeit verzichten wir an einem Grenzübergang den Schritt über die Grenze nach Mexiko zu wagen. Die Region hier erscheint uns ziemlich ärmlich. Die Temperaturen steigen innerhalb von einer halben Stunde um 10 Grad auf 26 Grad an. Plötzlich erblicken wir auch optisch die ersten Anzeichen der Grenzbefestigung zu Mexiko. Der gespenstige Anblick der sogenannten Mauer in dieser wüstenähnlichem Landschaft erzeugt ein mulmiges Gefühl. In regelmäßigen Abständen stehen weiße Autos der Border Control….

Nach ca. 4 Stunden Fahrt erreichen wir unser Hotel “Fuente Inn & Suites” in Yuma. Wir genießen noch einige Zeit bei Bier und Wein den schönen tropischen Garten, bevor es morgen weiter geht.

Gefahrene Kilometer: 322

Entlang der mexikanischen Grenze

Die Zeitumstellung lässt sich leider nicht von der Hand weisen. Morgens sind wir immer noch sehr früh wach. So starten wir heute morgen bereits um 7:30 Uhr nach einer guten langen ausgeschlafenen Nacht und einem ordentlichen Frühstück in unserem Hotel. Auf geht’s!

Wir wollen unser erstes National Monument besuchen. Bis zum “Organ Pipe Cactus Park” sind es 280 km. Der Park ist ein direkt an der mexikanischen Grenze gelegener Park im südlichen Teil Arizonas und befindet sich im nördlichen Bereich der größten Teils in Mexiko liegenden Sonora-Wüste.

Auf dem Weg zum Park befindet sich ein Trainingszentrum der Air Forc und wir beobachten wie sie uns anfliegen.

Gegen 11 Uhr erreichen wir dann das Visitor Center.

Wir entscheiden uns für den kürzeren der beiden Drives, den “Ajo Mountain Drive”. (21 Milen) Wir sind nun ungefähr zweieinhalb Stunden unterwegs und sehen uns diese faszinierende Gewäche aus der Nähe an. Der namensgebende Organ Pipe Cactus (Orgelpfeifen), eine ansonsten in den USA nicht so sehr verbreitete Kaktusart, erinnert an einen losen Strauß stacheliger Arme. Bei 20 Grad und leicht bewölktem Himmel ist das Aussteigen sogar angenehm, denn eigentlich sind um diese Jahreszeit Temperaturen bis zu 40 Grad normal.

Außerdem gibt es hier auch noch die berühmten bis zu 15 Meter hohe Saguaro- Kakteen, die irgendwie an fünfarmige Kerzenleuchter erinnern. Wir haben außerdem Glück, denn momentan blühen noch viele dieser interessanten Exemplare.

Außerdem gibt es in diesem Park noch etwa 30 weitere Kakteenarten.

Nun fahren wir zu unserem eigentlichen Ziel der Stadt Tuscon entgegen. Über den Highway 86 geht es Richtung Westen, parallel zur mexikanischen Grenze weiter. Wir passieren die verschiedensten Border Controls, die hier urplötzlich an der Route positioniert sind. Einmal müssen auch wir unsere Pässe vorzeigen und die Fragen nach dem „wo kommen sie her” und “wo wollen sie hin” beantworten.

Gegen 17 Uhr erreichen wir dann unser Hotel “Red Lion Inn” und machen uns einen gemütlichen Abend am Pool.

Gefahrene Kilometer: 580

Ein Tag in Tucson, Arizona

Wir können uns heute zwischen vielen Sehenswürdigkeiten hier im heißen Tucson entscheiden.

Hier gibt es den “Saguaro Nationalpark” mit eben den Kakteen, die wir gestern schon bewundern durften. Also kommt der schon mal nicht in Frage.

Der “Catalina Highway” führt ca 100 Milen auf einem Rundkurs hoch auf den 3000 Meter hohen Mount Lemmon. Da wir da aber wieder viel im Auto sitzen müssten, kommt das heute auch nicht in Frage.

Für flugbegeisterte Menschen wäre das “Pima Air&Space Museum” sicherlich interessant. Hier kann man sich mehr als 300 Exponate ansehen, die in der Entwicklung der Luftfahrt bedeutend waren.

Wir wollen uns aber körperlich bewegen und so entscheiden wir uns für eine Wanderung. Morgens um zehn ist vielleicht noch die richtige Zeit dazu. Also starten wir zur “Sabino Canyon Recreation Area”, hier ist das Fahren mit privaten PKW verboten. Also steigen wir um in einen offenen Shuttle, der uns zum Ende eines langen Canyons bringt. Unterwegs könnten wir an verschiedenen Haltepunkten aussteigen, um die Gegend zu erkunden. Wir fahren aber bis zum letzten Haltepunkt und entscheiden uns von hier aus einem Trail zu laufen.

Knapp drei Stunden sind wir auf dem “Sabino Canyon Trail” unterwegs, die Temperaturen sind inzwischen auf 31 Grad gestiegen……Unsere Wasservorräte reichen aber noch und so entscheidet Ludger sich, den Rückweg über den “Phoneline-Trail” zu nehmen, während ich für den Rückweg wieder den Shuttle wähle. Nach knapp zwei Stunde treffen wir uns am Visitor Center wieder.

Jetzt geht es schnurstracks zurück ins Hotel. Der Pool und ein kühles Getränk lassen keinen Zweifel daran, dass wir heute nichts weiter unternehmen werden.

Gefahrene Kilometer: 70

Von Tucson nach Lordsburg/New Mexico

Die Großstadt Tucson verlassen wir auf der Interstate 10, Richtung El Paso. Es ist gerade mal 7:30 Uhr. Nach 20 Meilen biegen wir ab, um auf einem gemütlichen Scenic Drive, der Route 83, weiter nach Tombstone zu fahren.

Tombstone ist so eine Art lebendige Westernstadt, tatsächlich alt und dank des heutigen Tourismus auch noch gut erhalten. Allerdings völlig kommerzialisiert. Saloons, Restaurants und Gift Shops reihen sich hier aneinander. Es ist schon ein bischen Cowboy-und Indianerfeeling…… Wyatt Earp und Doc Holliday lassen grüßen.

Weiter geht es dann zum Chiricahua National Monument, dem “Land der stehenden Felsen” so wie die Apachen diese Region bezeichneten. Am Visitor Center erhalten wir Karten und danach begeben wir uns hinauf zum Massai Point, 2094 m hoch. Hier ist es extrem windig, auch sind die Temperaturen auf 21 Grad gesunken. Wir entscheiden für uns für den “Echo Canyon Loop Trail” , einem zweieinhalbstündigen sehr abwechslungsreichen Wanderweg. Wir bestaunen skurrile Felsformationen auf wunderschönen Wegen. Über Millionen von Jahren sind diese Felsformationen von der Natur so geformt worden, einfach faszinierend. Außerdem können wir uns nun auch gut vorstellen, dass dieses Gebiet für die Chirichuhua- Apachen als Rückzugsort diente als sie hier in Arizona von den weißen Siedlern bedroht wurden.

Jetzt geht es noch weiter nach Lordsburg , dort wartet das Hotel Motel 6 auf uns. Lordsburg liegt schon in New Mexico, daher müssen wir auch unsere Uhren wieder eine Stunde weiter drehen…… und plötzlich ist es schon 19 Uhr, ehe wir unser Hotel erreichen. Schnell suchen wir das benachbarten Restaurant auf, um eine Kleinigkeit zu essen. Spätestens jetzt wissen wir auch, dass es in New Mexico selbst in einem Restaurant keinen Alkohol zu trinken gibt. Den muss man sich hier in einem speziellen Liqueur Shop besorgen…., na dann wird es heute mal ohne unser gemütliches Glas Wein am Abend gehen.🙄

Gefahrene Kilometer: 469

Von Lordsburg nach Socorro

In unserem Billigmotel wird gar kein Frühstück angeboten. So versorgen wir uns gerne selber mit viel frischem Obst, Naturjoghurt und Müsli. Nachdem wir schnell noch unser Auto volltanken kann es wieder losgehen.

Hier in New Mexiko erleben wir eine höchst unterschiedliche und abwechslungsreiche Naturkulisse. Sandwüste, Prärie, Hochgebirge und riesige Waldgebiete. Unendliche Landschaft und lange Wege liegen heute wieder vor uns.

Silver City ist unser erstes Ziel. Diese Stadt wurde Ende des 19 Jahrhunderts aus dem Boden gestampft, als man hier in den Minen Silber fand. Vom einstigen Wohlstand ist nicht mehr viel übrig geblieben. Alles in allem ist das kein Ort an dem man sich unserer Meinung nach lange aufhalten muss.

So beschließen wir den nächsten Nationalpark zu besuchen. Schon fünf Meilen hinter Silver City wird die Straße enger und kurvenreicher. Sie windet sich jetzt für die nächsten anderthalb Stunden in Serpentinen durch den einsam gelegenen Gila National Forrest. Oben angekommen wollen wir uns im “Gila Cliff Dwellings” eine alte Indianer Felsbehausung ansehen.

Im Visitor Center werden wir aufgeklärt dass hier Wölfe, Berglöwen und Bären leben, so dürfen wir unter keinen Umständen etwas anderes als Trinkwasser mit uns führen, auch nicht die kleinste Kleinigkeit eines Picknick ist gestattet. Auf unserer einstündigen Wanderung durch die Cliff Dwellings können wir tatsächlich die gut erhaltenen Ruinen unter riesigen Felsüberhängen erkunden. Ranger sind da, die bereitwillig über das Leben der Ureinwohner Amerikas Auskunft geben.

Pueblo Indianer haben im Gebiet des Rio Grande, im halbwüstenhaften Süden von Arizona und New Mexico gelebt. Pueblo selbst bedeutet Dorf. Nachdem die verschiedensten Indianerstämme dieser Region im 14. Jahrhundert sesshaft wurden, bauten sie sich feste Behausungen aus Felsgestein. Oft lagen diese auf hohen Klippen oder Felsplateaus.

Zurück geht es auf einer Route die durch tiefe Schluchten in einer waldreichen Berglandschaft führt. Immer mal sehen wir zwischendurch Campgrounds, an denen Urlauber ihr Quartier aufgeschlagen haben. Sie führen nicht nur ihre Wohnwagen und Campmobile mit sich, sondern haben auch gleich ihre Pferde mitgebracht. Hier in dieser Region sicher paradiesisch. Die meisten Amerikaner, so scheint es uns, sind sowieso ein sehr naturverbundenes Volk.

Am frühen Abend erreichen wir Socorro. Dieses Ziel haben wir gewählt, weil es eine ordentliche Infrastruktur bietet und auf halbem Weg zu Santa Fe, unserem morgigen Ziel liegt. Wir sind gespannt, wie uns unser Motel Econo Lodge and Suites gefällt.

Gefahrene Kilometer: 437

Von Socorro nach Santa Fe

Inzwischen sind wir schon eine Woche unterwegs und haben uns an das Zigeunerleben gewöhnt. Das Packen geht schnell und so sind wir heute morgen wieder zeitig unterwegs.

Das Auto fahren hier in Amerika ist super entspannt, auf allen Straßen hält man sich hier an die Geschwindigkeit. Überholen ist fast ein Fremdwort, niemals kommt von weit hinten ein Raser, den man erst im letzten Moment im Rückspiegel entdeckt. Die Höchstgeschwindigkeit auf den Interstate liegt hierbei 75 Meilen pro Stunde( 120km/h). Bei Nichtbefolgen drohen sehr hohe Geldstrafen, ganz anders als bei uns. Und so ist hier alles easy going!

Nach einer Stunde Fahrt über die Route 60, erreichen wir das National Monument “Salinas Pueblo Missions National Monument”. Auf dieser Anhöhe (wir sind hier fast wieder auf 200 Meter Höhe) haben ca um 1620 spanische Einwanderer eine Mission erbaut. Franziskanermönche haben seinerzeit die Pueblo Indianer zwangsmissioniert. Mit ihrer Hilfe errichteten sie die große Kirche St Gregorio Le Abo. Ruinen dieser Kirche und einige Pueblos ringsherum sind bis heute erhalten geblieben. Es ist interessant, sich vorzustellen wie das Leben hier vor fast 400 Jahren ausgesehen haben muss.

Über weites Gras-und Weideland, vorbei an großen und kleineren Ranchen geht es weiter nach Albuquerque. Nach all der weiten Landschaft rings um den Rio Grade können wir uns kaum vorstellen, das gleich eine Stadt mit 560 000 Einwohnern auftaucht.

Doch tatsächlich fahren wir plötzlich über ein Gewirr von Straßen in die Stadt hinein. Wir lassen uns von unserem Navi in die Old Town von Albuquerque leiten. Die Stadt liegt am Ufer des Rio Grande und hat eine wirklich hübsche Altstadt. Albuquerque wurde 1706 am Handelsweg Camino Real gegründet, der die spanische Kolonie durchquerte. Nett ist es hier.

Jetzt haben wir nicht mehr weit bis zu unserem Ziel Santa Fe. Schon eine ganze Weile haben wir einen Harley-Fahrer vor uns. Hinter einer Kurve wird er langsamer und dann wissen wir auch warum. Madrid, so nennt sich das kleine Straßendorf feiert heute wohl ein besonderes Fest keine Chance auch nur annähernd einen Parkplatz zu finden, so schießen wir im Vorbeifahren ein paar Fotos.

Angekommen in Santa Fe, genießen wir noch ein bisschen Sonne am Pool in unserem Hotel “Econo Inn and Suites”.

Am Abend bummeln wir noch etwas durch die Old Town von Santa Fe. Leider haben bereits ab 18 Uhr alle Geschäfte hier geschlossen, so dass wir beschließen morgen noch einmal wieder herzukommen.

Gefahrene Kilometer: 352

Von Southfork nach Montrose

Nach einer himmlisch ruhigen Nacht starten wir heute morgen zu einer hoffentlich wundervollen Tour. Unser Auto ist dick zugefroren…..es ist halt lange noch kein Sommer hier oben. Wir fahren in die Ausläufer der Rocky Mountains und wollen einige Pässe überqueren. Als erstes überqueren wir auf dem Weg nach Pagosa Springs den Wolf Creek Pass in 3500 m Höhe. Oben angekommen, müssen wir uns doch erst einmal hautnah vom echten Schnee überzeugen.

Nach einer Stunde Autofahrt erreichen wir Pagosa Springs. Dieser Ort ist berühmt für seine heißen Thermalquellen. Das Regenwasser, aber vor allen Dingen die Schneeschmelze aus den Bergen, das in den Boden eindringt, nimmt wertvolle Mineralien auf, wird durch die natürliche Erdwärme erhitzt und tritt hier in Pagosa Springs an verschiedenen Stellen aus dem Boden wieder aus. In diesem Thermalbädern kann man in bis zu 40 Grad heißen Pools baden. Umrahmt von den weiten Wäldern des “San Juan National Forest”, eine einmalige Gelegenheit, die wir uns aber entgehen lassen, da wir weiter nach Durango möchten.

Durango scheint ein kleines typisch amerikanisches Städtchen zu sein, in dem die Zeit stehen geblieben ist. Schöne alte und gut erhaltene Holzhäuser, historische vornehme Hotels und einige nette Läden reihen sich aneinander. Eine Attraktion bildet die alte Eisenbahnlinie mit ihren historischen Bahnhof von 1882.

Mit dieser nostalgischen Schmalspurbahn die früher das abgebaute Gold und Silbererz aus den hochgelegenen Bergen transportierte, kann man auch heute noch diese Strecke durch das Gebirge hoch nach Silverton fahren. Die Bahn benötigt gute drei Stunden dafür. Wir hingegen wählen unser Auto und fahren mit ihm den “Million Dollar Highway” hinauf nach Silverton. Nachdem wir die letzte Woche durch die Halbwüsten New Mexicos und Arizona gefahren sind, bieten uns die grünen Wälder und Seen der Hochlagen in den Rocky Mountains wunderschöne Abwechslung. Es ist fantastisch hier oben!

In Silverton angekommen, wissen wir nicht so recht, ob es hier Wirklichkeit ist, oder nur Filmkulisse. Alles scheint so wie vor 130 Jahren zu sein. Jeden Moment könnten Minenarbeiter oder Cowboys aus dem Saloon treten.

Weiter geht es auf hochalpinen Straßen, umrahmt von über 4000 m hohen Bergen ringsum. Vorbei an Skigebieten hier in den “San Juan Mountains” einem Ausläufer der Rocky Mountains und vorbei an alten Relikten aus den Silberbergwerken. Wie überqueren jetzt den Pass “Red Mountain” in einer Höhe von 3358 m, wieder geht es durch Schneelandschaft und dann hinunter in das Hochgebirgsstädtchen Ouray.

Ouray ist nochmals eine Steigerung zu den anderen Gebirgsorten. Einfach klasse. Wir fühlen uns tatsächlich in das Amerika von 1880 zurückversetzt.

Dann erreichen wir unser Hotel “Red Arrow In & Suits” in Montrose. Beim Mexikaner gleich nebenan probieren wir wieder fremde Küche und verarbeiten anschließend all die fantastischen Eindrücke des Tages.

Gefahrene Kilometer: 359

Ein Tag rund um Santa Fe

Santa Fe, die Hauptstadt New Mexicos, liegt auf 2000 m Höhe, ist eine der ältesten Städte der USA und verbindet amerikanische Moderne mit mexikanischer Vergangenheit. Häuser und Kirchen im Adobe-Stil dominieren das Stadtbild. Um es zu bewahren, dürfen neue Gebäude nur mit natürlichen Materialien, in der Hauptsache mit getrockneten Lehmziegeln und im entsprechenden Baustil errichtet werden.

Diesen Baustil finden wir auch im “Bandelier National Monument”, etwa 40 Milen nordwestlich von Santa Fe. Dahin sind wir heute unterwegs. Zu Füßen der steil aufragenden Felsen im Frijoles Canyon wohnten mehrere hundert Jahre lang Indianer in vielen großen, inzwischen weitgehend verfallenen Pueblos. Über den “Mainloop Trail” erreichen wir die Ruinen der Felswohnungen und können sehr gut erkennen, wie die Indianer im weichen Tuffstein ihre Wohnungen erbaut haben.

Nach insgesamt drei Stunden sind wir wieder mit dem Shuttelbus am Visitorcenter angelangt. Unser Auto mussten wir nämlich draußen am “White Rock Center” stehen lassen, da Naturschutz auch hier in dieser Region ganz groß geschrieben wird.

Über eine wunderschöne Hochstraße geht es anschließend nach Los Alamos. Los Alamos hat im zweiten Weltkrieg traurige Berühmtheit erhalten. Hier in der Einsamkeit der Wüste New Mexicos wurde unter Leitung von Robert Oppenheimer 1945 die erste Atombombe entwickelt und kurz darauf in der 230 Milen entfernten White Sands Wüste auch gezündet. Seit dieser Zeit hat sich Los Alamos zu einer Stadt entwickelt, die auch heute noch von der Kernforschung lebt. Im National Laboratory arbeiten mehr als 6000 Menschen, die sich auch mit zivilen Hightech Projekten, Biologie und Physik befassen. Als wir dieses Gebiet zunächst unwissenderweise umrunden, kommen wir plötzlich an eine große Kontrollstation und müssen unsere Ausweise zeigen.

Im Ort selber hat das kleine historische Museum leider geschlossen….es ist Sonntag…..So fahren wir nun wieder zurück nach Santa Fe in unser kleines Hotel, noch ganz beeindruckt, wie nah wir plötzlich an einem wesentlichen Anteil unserer Weltgeschichte waren.

Und schon hat uns die Wirklichkeit wieder, denn plötzlich fahren neben uns aufgemotzten Amischlitten oder kuriosen Oldtimer her.

Gefahrene Kilometer: 173

Von Santa Fe nach South Fork in Colorado

Heute morgen um 7:30 Uhr verabschieden wir uns von Santa Fe, der Hauptstadt von New Mexico, um heute auch einen weiteren US-Bundesstaat, nämlich Colorado zu erreichen.

Doch zunächst fahren wir ein Indianerreservat an, Nambe Pueblo am Highway 503, dem “Highway to Taos”. Das Erscheinungsbild ist aber auch hier einfach und ärmlich – schlichte Häuser und Wohncontainer bilden das Zuhause der Indianer. Die Indianer leben hier bewusst in einer Dorfgemeinschaft zusammen, um ihre alten Traditionen zu wahren. Hier sind letztlich auch nicht alle Straßen frei zugänglich für Besucher. In den Reservaten herrschen zum Teil eigene Gesetze. So müssen auch wir unvermittelt an einer Straßensperre stoppen. 15 US-Dollar hätten wir für die Weiterfahrt zum Wasserfall zahlen sollen – doch momentan sagt uns ein Schild “Road closed”.

So brauchen wir gar nicht lange überlegen und fahren wir nun wieder zurück auf die Hauptroute. Nach zwei Stunden auf herrlichen Straßen kommen wir in Taos an. Wir fahren durchweg in 2500 m Höhe, die Landschaft ist einmalig und erinnert uns zeitweise an den Schwarzwald.

In Taos finden wir viele Galerien, Ausstellungen, Schmuckdesigner und ausgefallene Skulpturen. Alles toll – alles teuer, ein echter Künstlerort eben. Und auch diese Stadt ist komplett im Adobe-Stil erbaut worden.

Nach einem Rundgang und einer kurzen Shoppingtour heißt es für uns: Weiter geht’s!

In ungefähr 10 km kreuzt unsere Route den Rio Grande. Auf einer gewaltigen Brücke sehen wir viele Fußgänger, die fleißig fotografieren. Also machen auch wir eine kurze Pause zum Picknick und Fotoshooting.

Danach geht es weiter Richtung Colorado. Insgesamt wird die Landschaft hier in Colorado zunehmend grüner, die hohen Berge der Rocky Mountains rücken immer näher, auch wenn jetzt leider immer mehr Bewölkung auftaucht und es weit, weit links von uns auch zu regnen scheint.

Unser Hotel Allington Inn and Suites liegt direkt am Rio Grande in einem ausgesprochenen Skigebiet von South Fork. Gegenüber werden in einem Holzblockhaus im Winter Skier ausgeliehen und im Sommer Raftingtouren angeboten.

Gefahrene Kilometer: 359

Von Monrose nach Cortez

Bis zum “Black Canyon of the Gunnison National Park” sind es heute morgen nur 15 Meilen, daher starten wir ganz entspannt nach einem späten Frühstück. Wir verlassen unser nettes Hotel hier in Montrose ungern. Super großes Zimmer, super schön und herrlich ruhig. Der “Black Canyon of the Gunnison National Park” steht auf unserem Programm, weil er einer der spektakulärsten Canyons der USA sein soll. Keine Schlucht ist so steil, so eng wie hier. Also nichts wie hin!

Wir fahren den South Rim entlang der Abbruchkante bis zum Ende. Zwischendurch gibt es immer wieder Viewpoints, an denen man aussteigen und einige Meter laufen kann. Am Ende der Panoramaroute, dem Warner Point, starten wir zu einer kleinen Wanderung von etwa anderthalb Stunden. Wir können hier bis zum Ende des Canyons gehen. An dieser Stelle fallen die Felsen 830 m tief hinunter. Eigentlich spektakulär… Wenn man nicht, wie wir schon den Grand Canyon gesehen hat. Irgendwie beeindruckt mich dieser Canyon nicht so wirklich. Vielleicht auch, weil er sehr dunkel und düster wirkt. Ludger jedoch kann sich begeistern und versucht immer nahe an die Abbruchkante zu kommen. Die Entstehung eines Canyons indes ist schon faszinierend. Über mehrere Millionen Jahre gräbt sich das Wasser immer tiefer und verändert somit Struktur und Aussehen seiner ganzen Umgebung.

Zurück aus dem Park passieren wir eine Baustelle. Plötzlich geht es nur einspurig und wir und wir werden nach einer Wartezeit von eimen Pilotfahzeug in einer Kolonne durch die Baustelle geleitet.

Ganz in unserer Nähe befindet sich der Nobelskiort Aspen. Hier wurde 1950 die erste alpine Ski-Weltmeisterschaft außerhalb Europas ausgerichtet. Diesen High Society Ort lassen wir jedoch links liegen und starten nun zu unserem heutigen Etappenziel: Cortez. Dazu müssen wir im Prinzip wieder zurück. Die Rocky Mountains im Rücken zu deren Ausläufern auch unser Ort Cortez gehört und nur noch auf einer Höhe von 1900 m liegt. Wir fahren heute ganz entspannt durch wunderschön herrliche grüne Landschaft und auch die Steigungen sind heute ganz human. Unterwegs passieren wir Telluride, ebenfalls ein altes Städtchen aus dem 19. Jahrhundert, das sich aber inzwischen einen Namen als Touristenhochburg und Wintersportorte gemacht hat.

Zwischendurch begegnen wir auch heute immer wieder Resten und Ruinen des Silberbooms von 1880. Unglaublich, wenn man sich vorstellt, wie Menschen in dieser Umgebung und vor allen Dingen in dieser Höhe gearbeitet haben.

Gegen 17 Uhr erreichen wir unser Hotel “Econo Lodge” in Cortez.

Gefahrene Kilometer: 291

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