Venetien

Caorle

Nun sind wir also in Italien. Wir fahren an die Küste nach Caorle. Dieser Fischerort überrascht uns sehr. Einerseits mit seinem touristischen Trubel am Wochenende aber andererseits auch mit seinen gewachsenen Strukturen, dem alten Ortskern und Einwohnern, die hier wirklich wohnen und ihren Alltagsgeschäften nachgehen. Wir flanieren durch die wunderschöne Altstadt und entdecken am Ende der Promenade direkt am Meer die Wallfahrtskirche „Chiesa della Madonna“. Am alten Fischereihafen dürfen wir sogar eines der „Casoni“ besichtigen. Casonis sind alte Schuppen oder Gerätehäuser, die den Fischern früher auch als Schutzhaus während ihrer Arbeit dienten.
Noch ein kurzer Zwischenstop in Jesolo und dann besuchen wir auch schon Venedig.

Venedig

Am Vormittag checken wir auf dem Campingplatz „Venezia Village“ ein und fahren gleich im Anschluss mit dem öffentlichen Bus Nr.5 für 1,50€ p.P. in die Lagunenstadt. Da die auf Holzstelzen erbaute Altstadt komplett autofrei ist, ist das für und die beste Möglichkeit Venedig zu erkunden. Also Laufschuhe an und los geht’s.
Bella Venezia!
Was gibt es hier nicht alles zu sehen! 😇
Am ersten Tag lassen wir uns vom Besucherstrom treiben und gelangen automatisch zum Markusplatz und zur Rialtobrücke. Wie anders ist hier die Atmosphäre als vor drei Jahren, als wir Venedig zur Coronazeit besucht haben. Sooo viele Menschen! Und sooo viel Wasser! Aus den Kanälen schwappt es auf die Straßen und wir müssen den ein oder anderen Umweg in Kauf nehmen, um trockene Füße zu behalten.

Doch sobald wir die touristischen Hauptrouten verlassen, erleben wir in den verschiedensten Seitengassen das ganz normale Alltagsleben der Venezianer. Auch hier gehen die Kinder zur Schule, auch hier wird der Müll entsorgt und auch hier wird renoviert und gebaut.

An unserem zweiten Tag in Venedig besuchen wir das „Peggy Guggenheim Collection“. Ein Museum im Palazzo dei Leoni. Gezeigt werden Bilder und Kunstgegenstände aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Die Kunstsammlerin Peggy Guggenheim, eine reiche amerikanische Mäzenin hat Zeit ihres Lebens bedeutende Werke von Kandynski, Mondrian, Picasso und Matisse zusammengetragen. In ihrem letzten Wohnort, dem Palazzo dei Leoni in Venedig werden sie nun schon seit vierzig Jahren zur Schau gestellt und gelten als eine der bedeutendsten und legandärsten Kunstsammlungen der Welt.

In der Abenddämmerung genießen wir eine typisch italienische Pizza und einen guten Wein.

Padua und Chioggia

In Padua wollen wir eigentlich nur mal kurz vorbeischauen 😉 doch das geht in einer so altehrwürdigen, seit dem Mittelalter existierenden Universitätsstadt natürlich nicht. Allein im Palazzo del Bo, dem alten Hauptgebäude der Universität an der schon Galileo Galilei unterrichtet hat, lohnt sich sicher eine ausführliche Besichtigung. Leider gibt es momentan keine Führung und so begnügen wir uns mit der Außenansicht.

Dafür können wir aber am zweiten Tag Tickets für eine der bekanntesten Sehenswürdigkeiten Paduas buchen. Die „Capella degli Scrovegni“ wurde bereits zu Beginn des 14. Jahrhunderts vom berühmten Maler Giotto di Bondone komplett mit biblischen Szenen aus dem alten und neuen Testament ausgemalt. Diese Wandmalereien sind bis heute erstaunlich gut erhalten und wirklich sehenswert.

Ganz besonders gefällt uns auch die „Basilica di Sant Antonio di Padova“. Sie beherbergt das Grab des heiligen Antonius. In der sehr schönen und großen Kirche findet gerade eine Hochzeit mit wundervoller konzertanter Musik statt. So genießen wir eine Besichtigung des Reliqienschreins, ebenso Fresken von Tizian aus dem 16. Jahrhundert mit einer musikalischen Begleitung.

Mit Chioggia besuchen wir jetzt das „kleine“ Venedig. Nachdem wir am Campingplatz „Adriatico“ eingecheckt haben besuchen wir diese wunderschöne authentische Altstadt. Auch diese Stadt ist auf Pfählen gebaut und wird von Wasserstraßen gesäumt. Hier erleben wir alte Nonnas an ihren Haustüren, alte Männer die schon vormittags in den Cafés zusammen sitzen und Fischer die nach getaner Arbeit ihre Boote säubern. In der Abendsonne wirkt alles wunderbar weich gezeichnet, irgendwie fast romantisch.

Da unser Campingplatz direkt am Meer liegt, genießen wir nun auch zum erstenmal das Strandleben. Dass die Saison vorbei ist, sehen wir daran, dass alle Sonnenschirme und Liegen, die für die italienischen Bagni bekannt sind, jeden Tag ein bisschen mehr zurück gebaut werden.

Po-Delta

Nun aber rauf auf die Fahrräder. Wir befinden uns hier schließlich mitten im Po-Delta, dem größten Feuchtgebiet Italiens und eines der größten Europas. Hier mündet der längste Fluss Italiens, der Po mit seinen weit verzweigten Armen ins Meer. Wir fahren vorbei an Salzsümpfen, Sandbänken, Dünen und Fischerhäusern (Casoni) die für die hier ansässige Muschelzucht genutzt werden. Uns begegnen Flamingos, Gänse, Reiher, Kormorane…….all das können wir in den nächsten Tagen bei unseren verschiedensten Radtouren bewundern. Wir wechseln mehrmals die Stellplätze und radeln insgesamt 200 km durch herrlichstes Naturschutzgebiet. Von der Isola della Donzella mit ihrem feinen Sandstrand bei Barricata, über den Lido de Volano, den Lido de Pomposa und Porto Garibaldi bis nach Comacchio. Es ist eine wunderbare und einzigartige Landschaft.

Allerdings plagen wir uns auch täglich mit den allerkleinsten Tieren rum, den Fliegen und Mücken! Keinen Schritt können wir wagen, ohne belästigt oder gestochen zu werden 🙄

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