Von Lappland nach Stockholm

Nationalparks und Wasserfälle

Auf dem Weg in den hohen Norden fahren wir durch wunderschöne Natur. Waldreiche Landschaft wechselt sich ab mit liebreizenden Wohnsiedlungen. Eine unfassbar große Seenlandschaft mit ihren Flussläufen und hochgelegenen Wasserfällen ist eingebettet in viele Nationalparks mit einem weitverzweigtem Wanderwegenetz. Die Temperaturen verändern sich deutlich, am Abend sitzen wir nun nicht mehr draußen, dafür haben aber auch die letzten Mücken endlich das Weite gesucht.

Wir sehen unseren ersten Elch, der rasch die Straße überquert und wenig später immer mal wieder Rentiere am Straßenrand.

Im Fulutfället Nationalpark wandern wir durch gefühlt unberührte Natur zum Fjätfallen Wasserfall.

Durch Sumpf und Birkenwälder geht’s zur höchstgelegenen Landstraße Schwedens, einer kilometerlangen Schotterpiste hinauf zum Pass Flaturet auf 963 m, der nur vom 6. Juni bis zum 15. Oktober geöffnet ist. Hier oben auf dem Hochplateau, ein absolutes Highlight, bewundern wir in eisigem Wind die unendliche Weite und das faszinierende Bergpanorama.

Vildmarksvägen

Wir sind tatsächlich auf dem Weg nach Lappland…. unvorstellbar!

In Östersund stehen wir bei absolutem Regenwetter auf dem Wohnmobilstellplatz und entscheiden uns am nächsten Morgen, dass wir uns trotzdem auf den Weg nach Strömsund machen. Hier beginnt die 360 km lange Strecke durch Schwedens Wildnis. Beim Vildmarksvägen handelt es sich um die höchstgelegene asphaltierte Straße in Schweden. Hinauf nach Gäddede an der norwegischen Grenze, quer über das Stekenjokk-Plateau nach Vilhelmina im südlichen Lappland. Wir sind total gespannt und hoffen auf einigermaßen gutes Wetter 🙏

In Strömsund begrüßt uns der Riese Jorn am dortigen Heimatmuseum.

Nach einiger Zeit weichen wir von der asphaltierten Hauptroute ab und erreichen nach 21 km Schlaglochpiste den Hällingsafallet. Einen spektakulären Wasserfall, der mit lautem Getöse 45 Meter tief in einen Canyon stürzt.

Nach 21 km Schlaglochpiste zurück erreichen wir wieder den Vildmarksvägen und fahren mit unserem jetzt total verdreckten Womo gemächlich bei Hochnebel, Nieselregen und 5 °C Außentemperatur durch faszinierende Landschaft weiter Richtung Lappland. Unterwegs sehen wir immer mal wieder abgestellte Landrover, deren Besitzer wahrscheinlich gerade auf Elchjagd sind…..kein Wunder, dass wir keine mehr zu Gesicht bekommen, die suchen alle das Weite.

Die Baumgrenze ist bald erreicht, Rentiere weiden in der kargen Landschaft, die Farben sind absolut herbstlich und kündigen den baldigen Winter an. In wenigen Wochen wird hier schon alles in meterhohem Schnee versinken. Und das Besondere ist, dass wir hier oben am Stekenjokk-Plateau Lappland erreicht haben.

In Fatmomakke, einem kleinen Dorf der Samen, die hier ihre Tradition wahren, besuchen wir deren Kirchendorf. Kirchendörfer haben in Schweden eine lange Tradition und ist die Bezeichnung
für eine Ansammlung von Hütten, Ställen und Vorratshäusern um eine Kirche herum. Die Häuser wurden nur an Sonntagen und während religiöser Feste genutzt, um Gläubige aus der umliegenden Landschaft unterzubringen, die aufgrund der großen Entfernung nicht am selben Tag nach Hause zurückkehren konnten.

Auf dem letzten Abschnitt des Vildmarksvägen überrascht uns noch der besonders schöne Wasserfall Trappstegsforsen, bevor wir die kleine Stadt Vilhelmina mit ihrer bezaubernden Kirche erreichen.

Blå Vägen und Ostseeküste

Lange Zeit fahren wir nun über die E12, auch der Blaue Weg oder Blå Vägen genannt. Es ist eine internationale Touristenstraße in Nordeuropa, die in west-östlicher Richtung von Norwegen über Schweden und Finnland nach Russland führt. Wow 😨 und wir nehmen hier im schwedischen Lappland diese Route bis nach Umeå am bottnischen Meerbusen. Ab hier müsste man nun die Fähre nehmen, um nach Finnland zu kommen. Wir aber biegen in der Hafenstadt Umeå langsam wieder Richtung Süden.

Wir wandern im Skuleskogens Nationalpark – ein fantastischer Wald zwischen Felsen und Meer.

Selbst Shopping kommt nicht zu kurz. Zum einen im Naturkompaniet, dem Outletcenter von Fjällrävens und zum anderen in einem der unwiderstehlichen Süßwarengeschäften, dem Godishuset.

Die Högarkustenbron (das zweithöchste Bauwerk Schwedens), die der Golden Gate in San Francisco nachempfunden ist, überqueren wir bei leider nicht so schönem Wetter. Trotzdem beeindruckt uns diese imposante Brücke sehr.

Weiter geht entlang der Ostseeküste Richtung Süden vorbei an kleinen Fischerdörfern, an scheinbar unberührter Natur und nicht nur gefüht an tausenden Inseln hier im schwedischen Schärengarten – einfach schön.

Stockholm

Im Schärengarten von Stockholm beginnen wir mit unserem Inselhopping. Das wunderschöne Vaxholm erreichen wir noch über einige Brücken. Danach geht es mit einer der unzähligen kostenlosen Fähren hinüber nach Rinö um schon nach wenigen Kilometern vor der nächsten Fähre nach Gustavsberg zu stehen. Hier queren wir die Fahrrinne für die riesigen Ozeandampfer auf ihrem Weg von Stockholm nach Riga und St. Petersburg. Dann erreichen wir Stockholm, die Stadt auf 14 Inseln. Gamla Stan, Skeppsholmen, Djurgården, Östermalm und wie sie alle heißen….

An drei Tagen erkunden wir diese sehenswerte Stadt mit den Fahrrädern. Unser Wohnmobil parken wir ca. 8 km außerhalb und radeln jedesmal über super gut ausgebaute Fahrradwege in die Stadt. Die wunderschöne Altstadt, das interessante Nobelpreismuseum, das monumentale Schloss, das prächtige Stadthuset, all das hat uns mächtig beeindruckt.

Rückreise

Auf jeden Fall werden wir uns bei einem nächsten Besuch für Stockholm noch mehr Zeit nehmen. Allein die vielen Museen sind schon eine Reise wert.

Für uns endet unsere Schwedenreise in ein paar Tagen und wir machen uns nun auf den Rückweg zur Fähre nach Trelleborg. Selbst für die Ostseeküste durch Småland bleibt leider keine Zeit mehr. Also fangen wir bei einer weiteren Schwedenreise bestimmt in dieser Region an.

Schweden wir kommen wieder! Es war eine tolle Zeit 🌞👍

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