Vattenfall
Wir in Deutschland kennen dieses Energieunternehmen als Stromanbieter nur zu gut, vielleicht wissen auch noch einige von uns, dass es ein schwedisches Unternehmen ist. Spätestens bei der Bedeutung des Namens hört es doch auf. Vatten=Wasser, Fall=Fall 😊
Hier in Trollhättan, der Stadt des Wasserfalls, wurde 1910 die Idee eines Wasserkraftwerks umgesetzt, um verstärkt an der Stromerzeugung mittels Wasserkraft zu arbeiten. Vattenfall war geboren.
Einmal am Tag öffnen sich die Schleusentore des Göta Älv um die Stromerzeugung gezielt zu regulieren, dann schießen 300 000 Liter Wasser in der Sekunde die Felsen hinunter. Wir wollen live dabei sein und warten aber leider vergeblich auf dieses sehenswertes Schauspiel.
So besichtigen wir die neuen sowie die alten, fast 200 Jahre alten Schleusen, die heute in einer parkähnlichen Landschaft liegen. Sie ermöglichen auf dem Trollhättan Kanal den Schiffsverkehr zwischen dem großen Vänernsee und dem Kattegatt. Wir sind sehr beeindruckt von so viel Ingenieurskunst zu damaliger Zeit.
Vänern
Der See Vänern ist der drittgrößte See Europas und verfügt über 4880 km Küstenlinie und 22.000 Inseln und Inselchen. Er ist 75 km breit und 140 km lang. Wenn man ihn umrunden möchte, fährt man etwa 400 bis 500 km. Er begegnet uns zum ersten Mal auf einer Radtour nördlich von Trollhättan auf dem Weg nach Vänersborg. Hier besuchen wir auf der Insel Kållandsö das Schloss Läckö. In Höhe von dem hübschen Hafenort Sjötorp überqueren wir den Götakanal und am Ende des Vänern stehen wir in Kristinehamn vor Picassos größter Steinskulptur.
Götakanal
Das blaue Band Schwedens, so wird der 190 km lange Götakanal mit seinen 58 Schleusen auch gerne genannt. Er verbindet seit fast 200 Jahren Göteborg mit Stockholm. Heute ist diese Wasserstraße wirtschaftlich natürlich nicht mehr interessant, dauert eine Reise doch mindestens vier Tage. Dafür ist er aber eine der beliebtesten Urlaubsziele Schwedens geworden. Auch wir können uns seinem Charme nicht entziehen und radeln von Sjötorp am Vänern über Lyrestad nach Hajstorp und von da natürlich wieder zurück zu unserem Wohnmobil.
Fika, Knäckebrot und rote Pferde
„Fika“ ist eine schwedische Tradition, bei der man sich Zeit für einen Kaffee nimmt, oft mit einer Zimtschnecke oder einem anderen Gebäckstück, und das in guter Gesellschaft. Fika ist wie ein Pausenknopf im Leben und das Genießen des Augenblicks. Das tun wir nur zu gerne in gemütlicher Atmosphäre eines kleinen Cafés mit eigener Backstube….. köstlich 😌
In Leksand besuchen wir den Fabrikverkauf von Schwedens berühmtestem Knäckebrothersteller Leksandbröd und decken uns gleich mit dieser gesunden Köstlichkeit ein.
Nachdem uns Schwedens Nationalsymbol das rote Holzpferd schon überall auf Schritt und Tritt begegnet ist, besuchen wir die Schauwerkstätten Nils Olsson. Hier in Nusnäs am Siljansee erleben wir die Herstellung des Dalarna-Pferdchens mit eigenen Augen.
Falun und die rote Farbe der Schwedenhäuser
Ein Weltkulturerbe der UNESCO ist das nächste Ziel. Wir stehen hier in Falun vor der ehemals größten Kupfergrube der Welt. „Stora Kopparberget“ liesse sich wunderbar auf den Spazierwegen rund um den Krater erkunden, doch leider spielt das Wetter heute nicht mit. So begnügen wir uns mit vielen Infotafeln im ebenfalls sehr sehenswerten Besucherzentrum und erfahren wissenswertes über die damalige Zeit. Der rostrote Kupferstaub ist heute noch zu sehen und zu spüren. So wundert es auch nicht, dass sich die zweite Nationalfarbe (neben bau und gelb natürlich) Falunrot nennt. Entstanden ist dies im 17. Jahrhundert, als die Stadtväter erwarteten, dass die Häuser der Stadt aus Repräsentationszwecken gestrichen werden mussten. Dafür benutzte man die rote Farbe aus Falun, da diese sich für unbehandeltes Holz am geeignetsten herausstellte, da sie einen konservierenden Effekt hatte. Falunrot wird aus Minaralien des Kupferbergwerks gewonnen, von denen es ja reichlich gab. Bis heute ist diese Farbe unter „Faluröd“ im Handel und die unendlich vielen roten Holzhäuser in Schweden geben Zeugnis von der Wetterbeständigkeit der Farbe. So wurde die Farbe einer Mine zum Symbol für ein ganzes Land.